Kammermusikabend

Wann?

17:00 Uhr

Wo?

Robert-Schumann-Haus
Hauptmarkt 5
08056 Zwickau
Tel: 0375834406
Fax: 0375834499

Lage

Karte des Veranstaltungsortes
Karte des Veranstaltungsortes

Beschreibung

Prinz Louis Ferdinand von Preußen, Klavierquartett Es-Dur op. 5
Franz Schubert, Streichtrio G-Dur
Robert Schumann, Klavierquartett c-Moll (1829)

Ovidiu Simbotin, Violine
Sebastian Mickelthwate, Viola
Rolf Müller, Violoncello
Thomas Synofzik, Hammerflügel

Unbekannte Zwickauer Meisterwerke

Zu einem besonderen Kammermusikkonzert lädt das Robert-Schumann-Haus Zwickau am Freitag, 27. Februar, um 17 Uhr ein: Das Ensemble Quattrovaganti mit Ovidiu Simbotin (Violine), Sebastian Mickelthwate (Viola), Rolf Müller (Violoncello) und Thomas Synofzik (Hammerflügel) präsentieren Robert Schumanns selten zu hörendes Jugendquartett c-Moll und das Klavierquartett Es-Dur op. 5 seines großen Vorbilds Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Der als Komponist heute nur noch wenig bekannte Prinz war ein Neffe von Friedrich dem Großen und komponierte sein Es-Dur-Quartett vor genau 220 Jahren im Februar 1806 in Zwickau, wo er mit seinem Regiment das Winterquartier aufgeschlagen hatte. Er hatte seine Wohnung und Kompositionsstube in der Peter-Breuer-Straße an der Stelle des heutigen Hauptgebäudes der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Wenn Robert Schumann in seiner Zwickauer Schulzeit als Pianist bei Hauskonzerten mitwirkte, stand dabei häufig auch Kammermusik von Prinz Louis Ferdinand auf dem Programm. Robert Schumann schätzte besonders dessen Klavierquartette und lobte ihn als wohl ersten Romantiker des 19. Jahrhundert – in seinem Kompositionsstil war der Prinz schon 1806 teilweise weit avancierter als sein Zeitgenosse Ludwig van Beethoven, der die musikalischen Künste des Prinzen ebenfalls bewunderte und ihm sein drittes Klavierkonzert widmete.

Noch bevor Robert Schumann sich für eine Musikerlaufbahn entschied, komponierte er im Winter 1828/1829 in Zwickau und Leipzig ein erstes Klavierquartett, das mehrfach privat aufgeführt wurde, dann aber von ihm nicht veröffentlicht wurde. Auch wenn Einflüsse von Franz Schubert und Louis Ferdinand spürbar sind, so zeigt doch auch schon dieses Jugendwerk charakteristische Stilmerkmale des Zwickauer Meisters: Die Komposition gibt sich von Beginn an äußerst energiegeladen, mit überraschenden harmonischen Wendungen und zeigt eine bis dahin ungekannte Dichte des musikalischen Satzes. Außerdem erklingen im Konzertprogramm ein Streichtrio Franz Schuberts und Robert Schumanns Papillons op. 2 nach einer im Robert-Schumann-Haus handschriftlich überlieferten Urfassung.

Das Ensemble Quattrovaganti besteht seit über 15 Jahren und widmet sich dem kammermusikalischen Repertoire des 18. und 19. Jahrhunderts auf zeitgenössischen Streichinstrumenten mit Darmsaiten und historischen Bögen, um die Klangfarben verschiedener Epochen authentisch wiederzugeben. Es tritt als Streichquartett, aber auch in erweiterter Besetzung auf. Ovidiu Simbotin, 1967 in Bukarest (Rumänien) geboren, war als Stellvertretender Konzertmeister zunächst in Görlitz, dann seit 1997 in Chemnitz tätig. Er absolvierte 2004 ein Zusatzstudium im Fach Barockvioline bei Stefan Mai und Susanne Scholz an der Leipziger Musikhochschule und ist auch Mitglied des Robert-Schumann-Streichquartetts. Sebastian Mickelthwate, 1973 in Frankfurt a. M. geboren, studierte Geige und Bratsche in Dresden und sodann am Cleveland Institute of Music sowie bei James Dunham und Jeffrey Irvine in Colorado in den USA. Frühzeitig begann er, u. a. bei Stanley Ritchie, sich mit historischer Aufführungspraxis zu beschäftigen und spezialisierte sich u. a. auf die Viola d’amore. Seit 2005 ist er Mitglied der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz. Rolf Müller (*1960 in Waldenburg) erhielt von 1974 bis 1978 seine musikalische Ausbildung am Zwickauer Robert Schumann Konservatorium und studierte dann in Weimar und Leipzig. Bei Siegfried Pank spezialisierte er sich in einem Zusatzstudium auf das Barockcello. Er war ab 1986 zunächst Solocellist im Orchester der I.G. Wismut, und spielt seit 1992 in der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz. Thomas Synofzik spezialisierte sich nach kirchenmusikalischer Ausbildung in Dortmund parallel zu seiner musikwissenschaftlichen Ausbildung an der Musikhochschule Köln und dem Koninklijk Conservatorium in Brüssel auf historische Tasteninstrumente (Konzertexamen und Kammermusikalische Konzertreife 2000). Seit 2005 leitet er das Robert-Schumann-Haus Zwickau.

Eintrittspreise

Eintrittskarten zu 10 € (erm. 7,50 €) sind an der Museumskasse zu den gewohnten Zeiten erhältlich. Eine Vorbestellung ist möglich unter +49 (0)375 834406 oder schumannhaus@zwickau.de .

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